Achtsam in Innovationen

Förderprojekt beendet

Vor etwas mehr als drei Jahren kam das Artec, das Forschungszentrum Nachhaltigkeit der Uni Bremen, auf uns zu mit dem Angebot, uns in ein Forschungsprojekt zur Achtsamkeit in Innovationsprozessen einzubinden.

Wir, reflact, haben uns nicht lange bitten lassen und haben zugestimmt, dass wir als Organisation durch die Forscher der Artec begleitet, untersucht und gecoacht werden.

In der Rückschau haben wir 8inno in fünf Phasen erlebt.

Während zum Auftakt und in der ersten Projektphase das gegenseitige Kennenlernen und das Einlassen auf teilweise recht gegensätzliche Arbeitskulturen  im Mittelpunkt stand, wurde der Austausch mehr und mehr für uns ein Anlass, über unsere eigene Zusammenarbeit bei reflact nachzudenken und zu thematisieren.

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Unser Prüfdreieck.
Ein Ergebnis der Dialogkonferenz. Jede Innovation, die wir planen, prüfen wir auf die Aspekte Rolle, Haltung und Prozesse. Wenn alles drei stimmt, wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind und nichts wichtiges vergessen haben.

Höhepunkt und Perspektivenwechsel war die Dialogkonferenz im Herbst 2011, zu der alle Mitarbeitenden von reflact eingeladen waren. Gemeinsam mit den Artec-Vertreter/-innen haben wir diskutiert und überlegt, wie wir unsere Innovationsfähigkeit und unsere Achtsamkeit steigern können. Am ende standen drei Teams, die sich jeweils um ein Thema gekümmert haben:

Rollen: Welche Rollen gibt es bei reflact? Was sind die Verantwortlichkeiten, was sind die Aufgaben? Basierend auf einer kleinen informellen Befragung aller Mitarbeitenden wurden die Rollen bei reflact in einer Version beschrieben und gegeneinander gestellt.

Prozesse & Koordination an den Schnittstellen: Dort ergab sich, dass vor allem die Einführung des Projektmanagmentstandards PRINCE 2 für uns signifikante Verbesserungen für die Koordination in Projekten ergeben wird. In allen anderen Bereichen arbeiten wir daran, die Prozesse systemgestützt immer effizienter zu gestalten.

Haltung: Wohl das schwierigste Thema und das, was am wenigsten konkret daherkam. Man kann so viele Innovationen einführen, wie man möchte, ohne die entsprechende Haltung und die gegenseitige Achtsamkeit  bliebe das meiste folgenlos.

Die Teams fingen nach der Dialogkonferenz an, daran zu arbeiten und die sorgten dafür, dass die Diskussion nicht einschlief. Wohl mit am interessantesten war wohl, am eigenen Fall zu erleben, wie eine solchermaßen komplexe Auseinandersetzung mit der Hilfe von web 2.0-Konzepten einfacher und motivierender funktioniert.

Die Diskussionen in unserer Homebase, unser Intranet, werden sicher auch in Zukunft eine große Rolle spielen. Zwar könnte man meinen, dass rund 40 Mitarbeitende an einem Standort auch ohne technische Unterstützung diskutieren können, aber wir haben gelernt, dass die Plattform einen subjektiven Schutzraum (Ich kann erstmal meine Meinung artikulieren, ohne dass mich jemand unterbricht.) bietet, der manchen Beitrag erst möglich machte. Auch funktionierte die Daumen hoch / Daumen runter-Abstimmung insofern, als dass sehr schnell klar war, wo es sich um Einzelmeinungen und wo um Trends im gesamten Team handelte.

Nun ist also das Projekt vorbei, die Impulse bleiben aber lebendig. Wir planen, in jedem Strategieworkshop von reflact, zu dem wir uns zweimal im Jahr zurückziehen, an den Themen weiter zu arbeiten und uns an den zentralen Leitfragen zu orientieren.

Jetzt im Sommer wollen wir auf dem nächsten Strategieworkshop wollen wir eine logokleine Dialogkonferenz einbauen, wo unser Partner innowise die Ergebnisse einer Evaluation vorstellt, die im Rahmen des Projekts durchgeführt wurde. Es wird sicher spannend, zu erfahren, inwieweit sich messbar unsere Performanz durch das Projekt und der Arbeit an den Themen verändert hat. Und vielleicht sind die Projektleiter von Artec auch dabei – wäre sicher ein schöner Abschluss für ein gelungenes Projekt.